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Flynn and Freckles – Review

Dreiköpfige Affen waren gestern! Mit »Flynn and Freckles« haben Rookie Hero Games ein Piraten-Abenteuer im Stil der klassischen 3D-Plattformer auf die Beine gestellt. Mit einem Hauch von Zelda und ganz viel Nostalgie begeben wir uns auf die Suche nach dem legendären Schatz von Kapitän Freckles. Ein affenstarkes Abenteuer voller Gefahren, Schätze und einem charmanten Helden.

Flynn and Freckles ist eine Liebeserklärung an die Spiele der 90-er Jahre. Schon in den ersten Minuten erinnert das Abenteuer an Klassiker der frühen Playstation-Generation. Grafisch ist das Spiel wunderschön, sofort verlieben wir uns in das farbenfrohe Zuhause unseres Helden Flynn; einem milchgesichtigen jungen Mann, auf dessen Fersen wir uns schon bald einer Reihe von Herausforderungen stellen müssen.

Charmantes Abenteuer mit Startschwierigkeiten

Doch der Beginn ist holprig. Ohne ein echtes Tutorial wissen wir in den ersten Minuten nicht, was zu tun ist. Zwar bringt uns das Intro die Geschichte von Kapitän Freckles und seinem verlorenen Schatz näher, aber danach lässt uns das Spiel ein wenig in Stich. So ist es ein Ausprobieren, das den ersten Eindruck trübt. Und das ist schade, denn hinter Flynn and Freckles verbirgt sich ein Indie-Abenteuer mit Charme und viel Potenzial.

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Haben wir den Aufenthaltsort von Kapitän Frickles herausgefunden, reisen wir auf ferne Inseln und erkunden Dungeons und finstere Höhlen. Unterwegs begegnen wir einer Vielzahl von Gegnern – mal sind es lauchartige kleine Krieger, mal müssen wir uns gegen eine Gruppe von Schlangenkämpfern beweisen. Die Kämpfe sind recht einfach und lassen nur selten unsere Finger glühen, anders verhält es sich jedoch mit den Plattformer-Elementen des Spieles.

Hier macht Flynn and Freckles vieles richtig. Den Kern bilden Rätsel- und Sprungpassagen, die es manchmal ganz schön in sich haben. Die Levelgestaltung ist abwechslungsreich, so hüpfen wir Ruinen empor oder suchen uns den Weg über todbringende Giftbecken. Einfache Schiebe- und Schalterrätsel eröffnen uns immer wieder neue Wege, um tiefer in die Geschichte einzutauchen. Flynns Abenteuer ist linear, aber niemals langweilig. Es gibt einiges zu entdecken, wir sammeln Münzen und erklimmen luftige Höhen, um einen Schatz zu bergen. Es lohnt sich also, einen Blick in jeden Winkel zu werfen. Detailreich und herausfordernd hat das junge Entwickler-Team ein Spiel geschaffen, das alles andere als ein Spaziergang ist.

Springen will gelernt sein

Im Verlauf des Spieles schalten wir neue Fähigkeiten frei und stellen uns größeren sowie kleineren Gefahren. So gern man alles an diesem Spiel lieben möchte, macht es Flynn and Freckles dem Spieler nicht immer leicht. Technisch hat das Abenteuer seine Makel, so ist die Sprungmechanik ein wenig träge und ungenau. Es bedarf Übung, bis man zielsicher auf den Füßen landet. Hat man die Mechanik jedoch verinnerlicht, scheitert man nicht selten an der eigenen Geduld. Denn die Sprungpassagen sind fordernd, aber nicht unfair. Es macht Spaß, die nächste Etappe der Reise zu erreichen und sich neuen Gefahren zu stellen.

Flynn and Freckles will das Rad nicht neu erfinden, das Spiel will unterhalten und das tut es trotz seiner Fehler sehr gut. Das Abenteuer lebt von seiner liebevoll gestalteten Spielwelt, von versteckten Schätzen und einem guten Humor, der uns immer wieder schmunzeln lässt. Eine Piraten-Geschichte der besonderen Art.


»Flynn and Freckles« ist für PC und Playstation 4 erhältlich.

Wem 14,99 € zu viel für ein nicht ganz ausgereiftes Abenteuer erscheint, dem sei nahegelegt, auf einen Sale zu warten. Für 10 € kann man beherzt zugreifen und wird gut unterhalten – mit einem herausfordernden Spielerlebnis und einer dicken Portion Nostalgie.

Review

Flynn and Freckles knüpft an die Ära der alten 3D-Plattformer aus den 90-er Jahren an. Das Piraten-Abenteuer ist eine Hommage an diese Zeit, mit Rätsel- und Sprungpassagen führt uns das Spiel auf die Spuren eines vergessenen Schatzes. Mit einem charmanten Helden und abwechslungsreichen Leveln stellen wir uns einer Reihe von Gegnern und Herausforderungen.

Technisch weist das Spiel jedoch einige Mängel auf. Die Sprungmechanik ist hölzern; es bedarf etwas Übung, den Plattformer zu meistern. Man merkt, dass das Spiel die erste Arbeit des Studios ist, es gibt viele Ansatzpunkte für Verbesserungen. Wer sich davon jedoch nicht abschrecken lässt, erlebt ein wunderbares Abenteuer mit viel Herz und Humor.

  • Atmosphäre
  • Gameplay
  • Technik
  • Nostalgie
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
Eure Wertung: 3.5 ( 3 Stimmen )
Similicious

Die Frau mit Tausend Namen. Similicious. Simi. Lily Ashby. Zockerin aus Leidenschaft seit 1993. Seitdem hat sie nicht nur Germanistik und Kunstgeschichte eingehend studiert, sondern auch die Videospiellandschaft. Simi ist Hauptschreiberling und Obertroll der Brückentroll Crew.

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